Nach nur zwei Wochen kreuzen sich Muri und Dagmersellen erneut die Klinge. Mit Blick auf die Tabelle ist Muri Favorit. Betrachtet man aber das enge Hinspiel, dürfen sich die Gastgeber nicht blenden lassen. Der Mann der Stunde, Yorick Kaufmann, möchte nur allzu gerne auf der Siegesstrasse bleiben.

Der TV Muri holte aus den ersten drei Partien sechs Punkte. Der morgige Gegner, der TV Dagmersellen, steht nach gleich vielen Begegnungen noch mit leeren Händen da. Auf dem Papier eine klare Sache. Erst recht wenn man den Galaauftritt der Klosterdörfler vor Wochenfrist gegen den Aufstiegsaspiranten Handball Emmen in Betracht zieht. Was soll da gegen das Schlusslicht noch schief gehen?
Am besten lassen sich die Gastgeber auf solche Überlegungen gar nicht erst ein. Denn die Ausgangslage trügt. Zu spüren bekam das Muri vor knapp zwei Wochen beim Hinspiel bei den Luzernern. Mit Ach und Krach wurde der hartnäckige Gegner mit einem Tor Differenz in die Knie gezwungen. Die Partie hätte auch auf die andere Seite kippen können. Zu fehlerhaft und zu wenig treffsicher ging Muri damals ans Werk. Von einem Klassenunterschied war wenig zu sehen.

Yorick Kaufmann im Fokus

Eine ähnliches Auf und Ab wie die Mannschaft in diesen beiden Partien erlebte Yorick Kaufmann. Kaufmann, der gegen Emmen zu Höchstform auflief und der entscheidende Faktor war für den nicht erwarteten, ungefährdeten Sieg. Ein anderes Bild sieben Tage zuvor. In Dagmersellen spielte er während seiner Einsatzzeit unauffällig. Auch er liess sich von der Fehlerorgie seiner Mitspieler anstecken. Auf das Spiel seiner Mannschaft hatte er kaum Einfluss. Der Spielmacher muss nach dem starken Emmen-Auftritt davon ausgehen, dass der Gegner ein spezielles Augenmerk auf ihn richtet. Dazu sagt der Murianer: „Da bin ich mir nicht sicher. Ich zog in Dagmersellen einen schlechten Tag ein. Deshalb hoffe ich, dass man mich unterschätzt“. Man spiele zu Hause und wolle diesmal souveräner auftreten. Er habe ein gutes Gefühl, dass dies gelinge, fügt er an.

„Wir wollen Vollgas geben“

Dass er für die Mannschaft immer wichtiger wird, bekommt er zu spüren. „Ich merke, dass mir mehr Vertrauen entgegengebracht wird und der Trainer langsam auf mich setzt. Das macht Spass“, so der 23-Jährige. Seine geringe Körpergrösse für einen Handballer sieht er nicht als Nachteil: „Ich sehe es eher als Vorteil. Wenn man kleiner ist, holt man schneller einmal eine Strafe oder einen Siebenmeter heraus, weil die Gegner einem eher auf den Kopf oder an den Hals gehen. Dafür bin ich schneller und beweglicher.“ Handball Emmen kann ein Lied davon singen. Denn genau mit diesen Eigenschaften wirbelte er am Samstag was das Zeug hielt und lies die gross gewachsenen Verteidiger alt aussehen. An Motivation fehlt es ihm nicht: „Mein Ziel ist es als Spielmacher anzukommen, Tore zu schiessen und meine Mitspieler in Szene zu setzen. Mit der Mannschaft hoffe ich, dass wir in einen positiven Lauf geraten und in der Rückrunde bereit sind.“ Man wolle Vollgas geben und solange wie möglich an den Aufstiegsrundenplätzen dranbleiben, ergänzt er.

„Mittlerweile unverzichtbar“

Sein Trainer Claude Bruggmann sagt über ihn: „Seine Qualitäten kennen wir. Es gibt Gegner, wo er seine Stärken ausspielen kann. Es hat aber auch Mannschaften, wo er mit seiner Geschwindigkeit und Wendigkeit wenig ausrichten kann. Dann ist eher Jan Heusi gefragt.“ Nichtsdestotrotz habe er über die vergangenen drei Jahre hinweg einen grossen Schritt gemacht. Mittlerweile sei er unverzichtbar, so Bruggmann.

Vorschau
 
Sa, 26.09.2020 | 16:00 Uhr
TV MURI - TV Dagmersellen
Muri Bachmatten
1. Liga