Nach einem verschlafenen Start und zeitweise grossem Rückstand kämpft sich der TV Muri gegen Yverdon zurück in die Partie und feiert den zweiten Erfolg in Serie. In der vom Kampf geprägten Partie legen die Freiämter den Grundstein zum Sieg mit starker Abwehrarbeit.

(sst) Etwas mehr als 8 Minuten waren beim Stand von 16:16 noch zu spielen, als die Partie zwischen Muri und der US Yverdon ihren emotionalen Höhepunkt erreichte. Doch was war passiert? Nach einem Ballverlust des TV Muri schalteten die Gäste aus der Westschweiz schnell um und suchten den direkten Weg aufs Murianer Tor. Dort stand ihnen unter anderem Muris Fabian Frei im weg, welcher seinen Gegenspieler mit der Hand im Gesicht traf. Die Unparteiischen unterstellten dem Murianer einen absichtlichen Schlag ins Gesicht und verwiesen ihn deshalb mit einer direkten roten Karte des Feldes. Nachdem in den vorangegangenen Minuten einige umstrittene Entscheide gegen Muri gefällt wurden, führte dieser Entscheid zu grossem Unmut auf der Bank der Klosterdörfler. Aufgrund der darauffolgenden Reklamationen erhielt Muri-Trainer Claude Bruggmann dann auch noch eine Zeitstrafe. Entsprechend mussten die Gastgeber in dieser heissen Phase nun zwei Minuten in doppelter Unterzahl spielen. Dies wussten die Gäste zunächst gut auszunutzen und gingen mit 17:16 in Front. Doch die Murianer wussten sich auch mit zwei Spielern weniger zu wehren. Nach je einem Fehlwurf auf beiden Seiten, gelang Kreisläufer Jerome Zucker der vielumjubelte Ausgleich. Nach dem erneuten Führungstreffer Yverdons durfte Muri dann auch wieder mit voller Belegschaft agieren. In den darauffolgenden Minuten entwickelte sich ein harter Kampf um jedes Tor, in welchem der TV Muri seinem Gegner meist um einen Treffer hinterherhinkte. Erst knapp eine Spielminute vor Schluss brachte Carlo Femiano seine Mannschaft mit 20:19 wieder in Front. Mit einer Auszeit versuchte Yverdons Trainer seiner Mannschaft nun noch den nötigen Tipp auf den Weg zu geben, damit man wenigstens einen Punkt aus dem Klosterdorf hätte mitnehmen können. Doch dieser Plan ging für die Gäste nicht auf und so war es erneut Carlo Femiano, welcher 10 Sekunden vor Schluss, die Partie endgültig zu Gunsten der Klosterdörfler entschied.

Besorgniserregender Start

Dies war das Ende einer verrückten Partie, welche aus Murianer Sicht denkbar schlecht begonnen hatte. Wer geglaubt hatte, dass Muri den Schwung vom Sieg gegen Einsiedeln gleich mitnehmen würde, wurde enttäuscht. Vor allem im Angriff wirkte man zu Beginn lust- und vor allem ideenlos. Dies unterstreicht die Tatsache, dass es mehr als fünf Minuten dauerte, bis Tobias Kaufmann den TV Muri mit dem ersten Treffer erlöste. Glücklicherweise hatten auch die Gäste im Angriff ihre Schwierigkeiten und so stand es nach rund 8 Spielminuten erst 2:2. Während Muri weiterhin wenig zu Stande brachte, kamen die Westschweizer nun schlagartig in Fahrt und setzten sich innert zwei Minuten auf 2:5 ab. Wenig überraschend griff Muris Trainerteam deshalb auf sein Time-Out zurück, um das Spiel in andere Bahnen zu lenken. Doch die Auszeit schien ihre Wirkung komplett zu verfehlen und Yverdon zog bis zur 18. Minute auf 2:9 davon. Ohne eine weitere Auszeit musste Trainer Bruggmann nun einen Weg finden, das Ruder herumzureissen damit die Partie nicht schon zur Pause entschieden war. Er tat dies, indem er im Angriff Yorick Kaufmann als Spielmacher und in der Defensive Lukas Schwenkfelder als Abwehrchef einsetzte. Diese Massnahme schien Wunder zu bewirken. Das zuvor scheinbar chancenlose Muri fand zusehends besser ins Spiel und verkürzte in den zehn Minuten bis zur Pause auf 9:11. Nach der Pause ging es dann im ähnlichen Stil weiter und nach 39 Minuten ging der TV Muri erstmals in Führung. Absetzen konnten sich die Freiämter jedoch nicht und so kam es folglich zur bereits diskutierten, hitzigen Schlussphase in welcher Muri vor allem dank seiner soliden Abwehr die Oberhand behielt. Nach neun Gegentoren in den ersten 17 Minuten liessen die Gastgeber in den weiteren 43 Minuten nur noch zehn weitere Treffer zu. Einen grossen Verdienst daran hatte der in dieser Phase eingewechselte Schwenkfelder, der nach der Partie verdientermassen als wertvollster Spieler ausgezeichnet wurde.

Hoffnungen auf den dritten Sieg in Folge

Mit diesem Sieg verkürzen die Murianer den Abstand auf das fünftplatzierte Yverdon auf zwei Punkte. Diese wollen sich die Klosterdörfler am nächsten Freitagabend um 20:30 Uhr in Nyon sichern. Nyon hat bisher erst einen Punkt auf dem Konto und musste das für letzten Samstag angesetzte Spiel gegen Einsiedeln aufgrund zu vieler verletzter und kranker Spieler absagen. Davon darf sich Muri auf keinen Fall blenden lassen. Mit einer konzentrierten Leistung dürfte der dritte Sieg in Serie aber durchaus im Bereich des Möglichen liegen.

Handball, 1. Liga, Finalrunde Gr. 1: TV Muri – US Yverdon 21:19 (9:11)
Muri Bachmatten. - Zuschauer: 200. – SR: Pfister Ulrich, Schädeli Beat. – Strafen: 4 mal 2 Minuten gegen Muri; 5 mal 2 Minuten gegen Yverdon
Muri: Schleiss, Wipf, Yorick Kaufmann (1), Staubli (3), Frei (1), Dominik Lang, Schwenkfelder, Daniel Lang (1), Femiano (6), Zucker (5), Wick
US Yverdon: Evard, Mariéthoz, Le Doaré, Mainguy, Bardet (3), Jutzeler (2/2), Loichot (3), Chenu, Wintsch (4), Calic (3), Bratschi (1), Strohsahl (3), Silva
Bemerkungen: Muri ohne Jonas Heusi, Jan Heusi (beide verletzt). - Siebenmeter: Muri 0/1, Yverdon 2/2.