Fabian Frei ist beim TV Muri so etwas wie der Mann der Stunde. Als Jan Heusi-Ersatz hat er kein leichtes Erbe. Spiel für Spiel steigert er sich in seiner neuen Rolle. Was dem Rückraumspieler zu Gute kommt, ist sein unbändiger Wille.

(ws) Er ist einer der Nutzniesser des personellen Engpasses des TV Muri. In den vergangenen Jahren war er in der ersten Mannschaft nur Ergänzungsspieler. Einsatzzeit bekam er meist in der Verteidigung. Die Rede ist vom 22-Jährigen Murianer Eigengewächs Fabian Frei. Durch die angespannte Situation wurde er in der Finalrunde ins kalte Wasser geworfen. Nach einem zögerlichen Beginn im Januar mausert sich der gelernte Elektroinstallateur immer mehr zu einem unverzichtbaren Wert im Team von Claude Bruggmann. Von Woche zu Woche wächst er besser in die Rolle als Spielmacher hinein. Im dritten Spiel in Muotathal und eine Woche später gegen Olten wurde er gar als Bestplayer ausgezeichnet.

Frei fühlt sich in seiner neuen Rolle angekommen. „Es ging auf einmal schnell. Zu Beginn hatte ich noch Mühe damit, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt fühle ich mich aber wohler und es läuft besser“, sagt er. Erschwerend käme hinzu, dass er bisher in seiner Karriere nur selten in der Mitte gespielt habe. Als Kreisspieler habe er angefangen. Danach sei er meist auf der Halbposition eingesetzt worden, erinnert er sich.

Knoten platzte in Einsiedeln

Mit Verantwortung meint er, dass er als Spielmacher zusammen mit Yorick Kaufmann keinen geringeren als den Teamleader Jan Heusi ersetzen soll. Gelänge dieses Unterfangen in absehbarer Zeit nicht, wäre die junge Mannschaft extrem geschwächt. Nichtsdestotrotz scheinen aber die Rädchen langsam ineinander zu greifen. Ansatzweise war dies schon in den Startspielen zu beobachten. Gegen Olten folgte eine weitere Steigerung. Damals stimmte alles ausser das hauchdünne Resultat zu Ungunsten der Murianer.

In Einsiedeln am vergangenen Samstag ist der Knoten geplatzt. Unter der Regie von Fabian Frei erkämpfte sich Muri einen ungefährdeten Sieg. Fünf Treffer steuerte er selber zum Erfolg bei. Speziell vor der Pause brillierte er. Zu diesem Spiel sagt Frei: „Für mich war es speziell. Eigentlich wäre ich wegen einer Weiterbildung gar nicht dabei gewesen. Als ich aber mit meiner Präsentation früher fertig war, habe ich Claude geschrieben, dass es doch reicht. Ich hatte gar keine Zeit, um nervös zu werden.“ Mit dem Spiel selber ist er zufrieden. Endlich sei es allen gut gelaufen und man habe den angestauten Frust abbauen können. Dadurch sei man mutiger geworden und die Mannschaft sei richtig in Fahrt gekommen.

Friedlicher Zeitgenosse neben dem Parkett

Frei ist eher ein unauffälliger und friedlicher Zeitgenosse. Geht er aber aufs Parkett, verwandelt er sich in eine Kampfmaschine. Bewiesen hat er dies schon in seiner Anfangszeit als Erstliga-Spieler, als er meist in der Verteidigung eingesetzt wurde. Diese Mentalität kommt ihm auch jetzt zu Gute. Zum Handball kam er im Kindesalter. Ab dem 13. Lebensjahr hat es ihn so richtig gepackt. „Ich mag diesen Sport. Einerseits weil es ein Mannschaftsport ist und andererseits weil während dem Spiel viel läuft und es ein Zusammenspiel von Kraft, Ausdauer und Technik ist. Auf seine Zielsetzung beim TV Muri angesprochen sagt er: „Ich möchte in der ersten Mannschaft zum Stamm gehören und regelmässig eingesetzt werden.“

Vorschau
 
Sa, 23.02.2019 | 16:00 Uhr
TV MURI - US Yverdon
Muri Bachmatten
1. Liga