Wenn sich die beiden Klosterdörfler Handballer gegenüberstehen, gibt es meist eine enge Kiste mit Derbycharakter. Ungewohnt ist diesmal, dass es sich morgen in Einsiedeln um ein Kellerduell handelt. Null Punkte stehen beiden Teams nach vier Runden zu buche. Muri reist aber erhobenen Hauptes in die Innerschweiz.

(ws) Vor rund drei Monaten standen sich die Gegner von morgen, der HC Einsiedeln und der TV Muri gegenüber. Damals lautete die Affiche Strichkampf. Was die 310 Zuschauer in der Murianer Bachmattenhalle geboten bekamen, war ein echter Handballkrimi. Aber der 20. Minute betrug die Differenz nie mehr als ein Tor. Am Schluss stand es 34:34 unentschieden. Die hochspannende Partie wurde von drei Protagonisten geprägt. Auf Murianer Seite war es Carlo Femiano. Er traf 15 Mal ins Schwarze. Bei Einsiedeln überragten zwei Akteure. Einerseits erzielte Mark Schelbert 11 Tore. Sein Teamkollege Konstantinos Tsamesidis markierte gar 14 Treffer.

Mark Schelberts Abgang hinterlässt Spuren

Morgen Samstag wird einer dieser drei Shooter nicht mit von der Partie sein. Mark Schelbert packte bereits nach der Vorrunde seine Sachen und zog nach nur einer halben Saison weiter Richtung Emmen in die NLB. Ein herber Verlust für die Schwyzer. War der ehemalige NLA-Spieler doch Dreh und Angelpunkt. Seine Tore werden nun schmerzlich vermisst. Nicht an Torgefährlichkeit hat Konstantinos Tsamesidis eingebüsst. Der 23-Jährige Grieche warf in der laufenden Finalrunde bei vier Einsätzen bereits 34 Tore. Genützt hat es wenig. Einsiedeln kassierte vier teils herbe Klatschen. Einzig die Startbegegnung gegen Yverdon konnte offen gestaltet werden.

Muri mit Aufwärtstrend

Da Muri 2019 ebenfalls viermal unten durch musste, geht es morgen in Einsiedeln um die rote Laterne. Ungewohnt ist die lange Serie ohne Sieg. Gewichtet man die Formkurve beider Teams, sind die Aargauer leicht zu favorisieren. Zunehmend greifen die Rädchen ineinander. Auch ohne den langzeitverletzten Spielmacher Jan Heusi wirkt das Team von Mal zu Mal eingespielter. Auch die Lockerheit vergangener Tage scheint zusehends zurück. Den Beweis dafür lieferte man vor einer Woche gegen Olten. Gegen die ambitionierten Solothurner war Muri ebenbürtig. Die Wurfquote von 69 Prozent belegt die zunehmende Stärke im Angriff. Defensiv geht es ebenfalls aufwärts. Was noch fehlte, war die Konstanz über 60 Minuten. Gegen Olten brauchte man 20 Minuten und personelle Wechsel, um hinten den Tritt zu finden. Auf die positiven Aspekte bezogen, scheint es aber nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten platzt.

Ausgeglichene Statistik

Tendenz hin oder her. Zieht man die Statistik in Betracht, kündigt sich erneut eine enge Kiste an. Von den vergangen 12 Partien gewann Muri deren sechs. Einsiedeln hielt fünfmal das bessere Ende für sich in den Händen. Einmal trennte man sich unentschieden. Erschwerend für Muri ist der Spielort. In der engen, in die Jahre gekommenen Halle im Bühl herrscht eine spezielle Atmosphäre. Umso schwieriger gestaltet sich die Aufgabe für Muri. Mit Blick darauf, dass kein Team der Finalrunde absteigen kann, und dass man ausser der Ehre wenig zu verlieren hat, kann man davon ausgehen, dass die Partie erneut ein offener Schlagabtausch werden könnte. Wie die erwähnte Partie im November oder das Spiel vom vergangenen Freitag gegen Olten.

Vorschau
 
Sa, 16.02.2019 | 18:00 Uhr
HC Einsiedeln - TV MURI
Einsiedeln Brühl
1. Liga