Im zweiten Spiel der Finalrunde muss der TV Muri erneut beide Punkte abgeben. Die Gegner aus der Westschweiz waren für das Heimteam nicht zu knacken. Die dezimierte Truppe aus Muri zeigte sich aber kampfwillig. Wie im Spiel gegen West HBC waren vielversprechende Ansätze vorhanden.

(od) Die Ausgangslage war für die Murianer nicht gerade rosig. Im eigenen Kader muss man nach wie vor Spielmacher Jan Heusi kompensieren. Zudem waren Stammkraft Jerome Zucker und Linkshänder Tobias Kaufmann nicht verfügbar. So hatte Trainer Bruggman ein Kader von gerade mal 11 Mann zur Verfügung, wobei einige routiniertere Spieler fehlten. Auf der anderen Seite wartete ein unbekannter Gegner. Diese Unbekannten hatten die Hinrunde jedoch als Tabellenerste der vierten Gruppe abgeschlossen und waren deshalb keinesfalls zu unterschätzen. Doch wer auf der anderen Seite des Feldes stand, schien den Trainer nicht allzu stark zu belasten. Bruggmann meinte vor dem Spiel: «Es ist in erster Linie wichtig, dass wir uns auf unser Spiel konzentrieren können. Wir dürfen uns zu Spielbeginn nicht wieder überrollen lassen und müssen versuchen, unser Tempospiel wieder auf das Feld zu bringen».

Es reicht noch nicht ganz

Die Startminuten verliefen für Muri auch diesmal nicht nach Wunsch. Chênois kam zu Beginn besser ins Spiel und konnte sich mit einigen Tempogegenstössen etwas von Muri absetzten. Das Heimteam konnte dann aber einen Gang höher schalten und biss sich am Gegner fest. Obwohl immer wenige Zähler hinter dem Gegner, spielte der TV Muri beherzt und kämpferisch. So gelang es doch, immer wieder an die Westschweizer anzuknüpfen. Diese ihrerseits wussten wie man sich wehrt und das Spiel wurde zunehmend attraktiver. Die Murianer wurden schliesslich für ihre Hartnäckigkeit belohnt und konnten Sekunden vor dem Halbzeitpfiff noch den Anschlusstreffer realisieren. Nach dem Seitenwechsel starteten die beiden Mannschaften ähnlich wie zu Beginn der Partie. Muri leistete sich zu viele Fehler und brachte währen 13 Minuten gerade zwei Treffer zustande. Dies hatte auch damit zu tun, dass das Tempospiel der Murianer konsequent vom Gegner unterbunden wurde. Ihr Kontrahent hingegen spielte nach wie vor konstant und konnte in derselben Zeit sechs Tore erzielen. In der letzten Viertelstunde machte sich dann das schmale Kader von Muri bemerkbar. Das Auswärtsteam spielte souverän sein Spiel durch, ohne dabei zu glänzen, während die Kräfte in Muri nicht ganz bis zum Schluss reichten. So war auch eine Aufholjagd wie in der ersten Halbzeit schwierig zu realisieren.

Trotz deutlichem Resultat, von einem chancenlosen Muri kann nicht die Rede sein. Im Großen und Ganzen hatten die Genfer die Nase immer etwas vorne. Doch zweitweise hatten die Murianer die Gäste gut im Griff und konnten vorne und hinten gute Akzente setzen. Dies brachte auch Chênois in Bedrängnis. Es blieb jedoch nur bei den Akzenten und die Konstanz fehlt nach wie vor. Dort ist noch Luft nach oben. Wenn der TV Muri diese qualitativ guten Phasen über ein ganzes Spiel durchbringen kann, so ist sicher noch einiges möglich in dieser Finalrunde.

Die nächste Chance kommt

Nach diesen zwei Niederlagen gegen neue Gegner aus der Westschweiz hat es Muri am kommenden Wochenende wieder mit einem alten Bekannten zu tun. Erneut reisen die Klosterdörfler ins Muotathal. Gegen den KTV konnten die Murianer diese Saison jedoch noch nicht siegreich vom Platz. Doch die Finalrunde beginnt wieder bei null, so steht auch Muotathal nach den ersten zwei Partien ohne Punkte da. Für Muri könnte dies eine optimale Gelegenheit sein, einen ersten Coup zu landen. Hilfreich wäre bestimmt, wenn die personelle Besetzung wieder aufgefüllt werden könnte. Denn wenn die Murianer ihren Kampfgeist weiterziehen und ihre Qualität steigern können ist nichts auszuschliessen.


Handball, 1. Liga, Finalrunde Gruppe 2: TV Muri – CS Chênois Genève 24:33 (15:16)
Muri Bachmatten. - Zuschauer: 200. – SR: Christinet Bryan, Makhlouf Michael. – Strafen: 6 mal 2 Minuten gegen Muri; 6 mal 2 Minuten gegen Chênois
Muri: Wipf, Daepp, Staubli (2), Jonas Heusi (2), Yorick Kaufmann (3), Dominik Lang, Schwenkfelder (3), Frei (3), Daniel Lang (1), Femiano (10/3), Strebel,
Chênois: Panchaud, Andreev, Sonzogni (3), Tang (5), Steinmann, Körr, Mercanton (2), Bellayachi (3), Molinié (7), Kerboua (5), Van Baar (2), Ijmik (6)
Bemerkungen: Muri ohne Jan Heusi, Wick (Verletzt), Zucker, Kaufmann (Abwesend). - Siebenmeter: Muri 3/4, Chênois 4/4.