Der TV Muri zeigt beim zweiten Saisonspiel eine Reaktion auf die Auftaktniederlage und bezwingt den HC Einsiedeln. Nach einer schwierigen ersten Halbzeit finden die Murianer immer besser ins Spiel und sichern sich zwei verdiente Punkte.

(sst) Etwas mehr als 37 Minuten waren in der Sporthalle Brühl in Einsiedeln gespielt, als Neuzugang Tin Tokic seinen ersten Treffer im Trikot des TV Muri zum 16:20 erzielte. Im darauffolgenden Angriff der Gastgeber kam Tokic bei einer Abwehraktion dann zu spät und wurde vom Schiedsrichterduo mit der dritten Zwei-Minuten-Strafe frühzeitig unter die Dusche geschickt. Bis zu diesem Zeitpunkt war der grossgewachsene Tokic vor allem in der Abwehrreihe der Freiämter ein wichtiger Eckpfeiler, um den ansonsten so wurfgewaltigen Rückraum der Einsiedler in Schach zu halten. Wer nun glaubte, dass die Murianer Abwehr in der Folge auseinanderbrechen würde, sah sich jedoch getäuscht. Die Gäste aus dem Freiamt liessen sich nicht beirren, kämpften weiter und vergrösserten den Abstand Stück für Stück. Am Ende jubelten die Freiämter über einen verdienten 25:35 Sieg im Klosterderby.

Erwartet harter Kampf

«Wir haben Einsiedeln sozusagen kaputt gekämpft»

Claude Bruggmann | Trainer TV Muri Handball

Wie der TV Muri musste auch der HC Einsiedeln zum Saisonauftakt eine Niederlage hinnehmen. Die Schwyzer unterlagen vor heimischer Kulisse dem Aufsteiger HC Mutschellen trotz einer 3 Tore Führung zur Pause. Gegen den TV Muri wollten die Einsiedler ihrem Publikum nun beweisen, dass sie es besser können. Entsprechend motiviert und aggressiv starteten die Gastgeber in die Partie und konnten sich so zumindest leichte Vorteile verschaffen. Die Freiämter lagen immer einen oder zwei Treffer zurück und scheiterten in der Startphase mehrfach am starken Theo Ulrich im Einsiedler Tor. Nach 23 Minuten erhöhte Einsiedelns Mark Schelbert dann erstmals den Abstand auf vier Tore zum 13:9. Doch der TV Muri liess sich dies nicht gefallen und biss sich nun in die Partie. Den Kampfgeist, welchen man vor Wochenfrist gegen den KTV Muotathal noch über weite Strecken vermissen liess, war plötzlich wieder zurück und so glichen Carlo Femiano und Jonas Heusi die Partie für die Gäste noch vor der Pause wieder aus. Nach dem Kabinengang machten die Murianer dann so weiter wie sie zuvor aufgehört hatten und übernahmen sofort die Führung. Auch die schwierige Phase nach dem Platzverweis gegen Tin Tokic überstanden die Freiämter dank ihrem grossen Kampfgeist ohne grössere Probleme. Entsprechend erfreut zeigte sich Trainer Claude Bruggmann nach der Partie: «Dieses Spiel haben wir gewonnen, weil wir unabhängig vom Spielstand immer weitergekämpft haben. Wir haben Einsiedeln sozusagen kaputt gekämpft.» Auch auf ein letztes Aufbäumen der Einsiedler konnten die Murianer reagieren. Nach rund 50 Spielminuten war es Linus Staubli, welcher ansonsten eher als aggressiver Abwehrchef auffällt, der mit vier Toren in Serie die Partie endgültig zu Gunsten des TV Muri entschied.

Lange Reise in die Westschweiz

In der Meisterschaft geht es für den TV Muri am nächsten Samstag auswärts bei der SG Pilatus weiter. Die Luzerner sind mit einem Unentschieden gegen die SG Horgen/Wädenswil und einer deutlichen 31:15 Niederlage gegen die ambitionierte SG HV Olten in die Saison gestartet. In Luzern wollen die Murianer an den Auftritt in Einsiedeln anknüpfen und sich wenn möglich gleich die nächsten zwei Punkte sichern. Zunächst steht für die Murianer am kommenden Mittwoch aber noch eine Reise an den Genfersee auf dem Programm. In der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups fordern die Freiämter am Mittwochabend den HBC Nyon im Kampf um einen Platz im 1/16-Final.

Handball, 1. Liga, Gruppe 3: HC Einsiedeln – TV Muri 25:35 (14:14)

Einsiedeln Brühl. - Zuschauer: 100. – SR: Petkevicius Vygindas, Jankevicienè Jolanta. – Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Einsiedeln; 5 mal 2 Minuten gegen Muri
Muri: Wipf, Jan Heusi (5), Staubli (5), Dominik Lang, Daniel Lang (1), Femiano (11/3), Jonas Heusi (8), Zucker (4), Tokic (1)
HC Einsiedeln: Ulrich, Rüegg, Dewis Gebert, Meier (1), Rothlin, Lütscher (2), Sutter, Schelbert (13/4), Maic Gebert, Grisanovs (3), Varga (3), Maag, Tsamesidis (1), Vizi (2)
Bemerkungen: Muri ohne Schleiss, Wick, Kaufmann (alle verletzt). - Siebenmeter: Muri 3/4, Einsiedeln 4/6.

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Fotos von Urs Sigg   https://www.sigg.org