Der TV Muri gastiert am Sonntag beim HC Einsiedeln. Beim Duell der beiden Verlierer der ersten Runde geht es um mehr als nur Prestige. Dem Verlierer drohen unbequeme Wochen. Von den Freiämtern wird nach der Klatsche gegen Muotathal eine Reaktion erwartet.

(ws) Mit dem desolaten Auftritt vom vergangenen Wochenende gegen Muotathal hat sich der TV Muri durch Eigenverschulden selber in eine ungemütliche Situation gebracht. Eigenverschulden, weil die Freiämter gegen die aufsässigen Schwyzer die nötige Aggressivität vermissen liessen und wenig überraschend nie auf Touren kamen. Die Hypothek des verpatzten Starts, 1:7 nach 12 Minuten, wog schliesslich zu schwer. Dazu Carlo Femiano, der mit neun Treffern und einer Quote von 75 Prozent einigermassen die Normalform erreichte. „Wir waren nicht bereit - Fertig, Schluss“, sagt er ohne Umschweife. Vom Gegner sei man nicht überrascht worden. Man habe gewusst, was auf einem zukomme, fuhr er fort. Dennoch vermutet er, dass man in Normalform gegen diese Mannschaft um den Sieg hätte mitspielen können. „Hoffentlich war das ein Weckruf zur richtigen Zeit“, fügt er an.

«Wir waren nicht bereit - Fertig, Schluss!»

Carlo Femiano | Spieler TV Muri Handball

Ungemütliche Lage

Mit diesem Auftritt hat sich das Team von Trainer Claude Bruggmann schon nach einer Runde in eine ungemütliche Lage gebracht. Die Partie gegen den HC Einsiedeln, aufgrund seiner Transfertätigkeiten einem möglichen Gruppenfavoriten, wird wohl alles andere als ein Sonntagsausflug. Im Gegenteil, die Spiele gegen die Schwyzer hatten es in der Vergangenheit in sich. Meist wurde mit harten Bandagen gekämpft. Auch die ungemütliche Atmosphäre in der engen Brühl-Halle trug das Seine dazu bei. Noch vor einem Jahr kassierte man an dieser Stätte eine schmerzliche Niederlage. Dass sich die Schwyzer nach der überraschenden Startpleite gegen den Aufsteiger Mutschellen in einer ähnlichen Situation befinden, macht die Aufgabe für Muri zumindest nicht leichter.

Präsenz von der ersten Sekunde an

Jetzt ist mentale Stärke gefordert. Die Partie in Einsiedeln ist unter den gegebenen Vorzeichen so etwas wie ein Charaktertest. Gegen einen Gegner, der mit einigen starken Einzelspielern bestückt ist, kann das Motto nur „einstecken und austeilen“ heissen. Weiter ist es ein Muss, von der ersten Sekunde an aggressiv und hell wach zu agieren. Gelingt es Muri sein Tempospiel dem Gegner aufzuzwingen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht. Gleichzeitig hat das Team die Gelegenheit, sich defensiv von einer anderen Seite zu zeigen. Von der im Vorfeld angekündigten verbesserten defensiven Stabilität, war beim Startspiel noch wenig zu sehen. Auch in dieser Hinsicht hat man Luft nach oben.

Abschliessend bringt es Femiano, der sich mit Jan Heusi die Kapitänsbinde teilt, auf den Punkt: „Es wird definitiv nicht einfach, in dieser starken Gruppe die Finalrunde zu erreichen. Das sollte mittlerweile jedem Akteur bewusst sein.“ Die Resultate der ersten Runde deuten tatsächlich darauf hin, dass den meisten Teams in dieser Gruppe nervenaufreibende Strichduelle bevorstehen. Den Zuschauern soll es recht sein. Spektakulärer Handball mit gut gefüllten Hallen ist unter diesen Umständen garantiert.

Vorschau
 
SO 09.09.2018 | 15:00 Uhr
HC Einsiedeln - TV MURI
Einsiedeln Brühl
1. Liga