Das Murianer 1.Liga Team verliert die erste Begegnung der Saison vor heimischem Publikum. Ein schläfriges Muri wird von einem physisch und mental starken Muotathal klar in die Knie gezwungen. Erst in den letzten Minuten zeigten die Murianer, was eigentlich möglich wäre.

(od) Im Auftaktspiel der Handball-Saison 18/19 muss Muri gleich die erste Niederlage einstecken. Vor einem Jahr noch begann die Saison mit einem Schaulaufen gegen eine blasse Truppe von GC Amicitia. Doch weder das gesunde Selbstvertrauen noch die nötige Gelassenheit konnten die Freiämter diesmal auf den Platz bringen. Die eigentlich so emotionalen und spielfreudigen Murianer wussten nicht so recht, was sie mit dem Spiel und sich selbst genau anfangen sollten. Sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung wirkte das Heimteam lustlos und kraftlos. Auf der anderen Seite spielte der KTV Muotathal erwartungsgemäss solide und selbstbewusst. Sie wussten ihre starke Physis wirkungsmächtig einzusetzen und erkämpften sich so das nötige Glück, um das erste Spiel der Saison für sich zu entscheiden.

Weckruf auf die harte Tour

Der TV Muri hatte den Start der Partie vollkommen verschlafen. Die Muotathaler kamen mit einfachen Aktionen und Spielzügen regelmässig in gute Abschlusspositionen und verwerteten diese mit harten, präzisen Würfen. Das Heimteam bekundete seinerseits Mühe im Angriff. So gab es vermehrt Abschlüsse aus halbpatzigen Chancen. Ein starker Yves Imhof im gegnerischen Tor parierte diese jeweils gekonnt. So stand es in der zwölften Minute bereits 7 zu 1 für die Gäste. Die Murianer fanden dann etwas besser ins Spiel. Vor allem im Angriffsspiel führten nun auch starke Einzelaktionen zu Torerfolgen. So verlief die zweite Viertelstunde etwas ausgeglichener und der Rückstand von sechs Toren hielt sich bis in die Halbzeitpause konstant. Doch auch nach dem Seitenwechsel blieben die Innerschweizer die stärkere Mannschaft. Stets torgefährlich erhöhten sie langsam aber stetig ihren Vorsprung. Auch taktische Wechsel von Trainer Bruggmann brachten dem Heimteam nicht die erwünschte Steigerung. So hatten die Murianer acht Minuten vor Spielende ganze zehn Zähler weniger auf dem Konto als ihre Kontrahenten. In den Schlussminuten ging dann doch noch ein kleiner Ruck durch die Mannschaft von Muri und auf einmal begann das Feuer im Murianer Spiel noch einmal zu brennen. Sie spielten das schnelle und herzhafte Handball, welches im Normalfall ihre ganz grosse Stärke ausmacht. So konnten sie in einer kämpferischen Schlussphase doch noch einmal beweisen, was Muri in einem starken Spiel alles erreichen könnte. Aber auch wenn die zweite Halbzeit mit einem Tor mehr für sich entschieden werden konnte, so war das Handicap aus der ersten Hälfte zu gross. Gerade aber diese letzten Minuten lassen darauf hoffen, dass dieses Spiel als Weckruf für die kommende Saison verstanden werden kann und Muri sich nicht mehr auf diese Art und Weise bezwingen lassen wird. Co-Trainer Mimmo Di Simone hält fest: «Gute Spieltechnik und schnelles Tempo sind sicher hilfreich, doch wenn wir in diesem Sport auf diesem Niveau erfolgreich bleiben wollen, dann müssen wir auf dem Spielfeld bereit sein und kämpfen».

«..dann müssen wir auf dem Spielfeld bereit sein und kämpfen»

Mimmo Di Simone | Co-Trainer TV Muri Handball

Eine offene Rechnung

Für das nächste Spiel gilt es deshalb, diesen Kampfwillen mitzunehmen. Als nächstes steht der HC Einsiedeln auf dem Spielplan. Mit dieser Mannschaft hat Muri in der Vergangenheit gemischte Erfahrungen gemacht. Bereits letztes Jahr war die zweite Partie der Saison auswärts gegen Einsiedeln angesetzt. Damals verlor Muri in einer umkämpften Partie mit einem Tor Differenz. Es wäre nun ein optimaler Zeitpunkt, diese offene Rechnung zu begleichen. Die Freiämter haben also genügend Gründe, den misslungenen Start zu korrigieren um am nächsten Sonntag den Grundstein für eine erfolgreiche Saison zu legen.  

Handball, 1. Liga, Gruppe 3: TV Muri – KTV Muotathal 27:32 (10:16)

Muri Bachmatten. - Zuschauer: 300. – SR: Häner Reto, Maurer Daniel. – Strafen: 6 mal 2 Minuten und 1 mal Rote Karte gegen Muri; 5 mal 2 Minuten gegen Muotathal
Muri: Wipf, Daepp, Staubli (1), Marc Heusi, Jan Heusi (5), Dominik Lang, Schwenkfelder, Frei, Daniel Lang (1), Femiano (9/3), Jonas Heusi (6), Zucker (5), Tokic
Muotathal: Oechslin, Martin Betschart, Nick Imhof (3), Elias Betschart, Suter (4), Föhn (3), Henseler (2), Pascal Gwerder (1), Christen (1), Heinzer (9), Roos, Yves Imhof, Silvano Gwerder (3), Kurti (6)
Bemerkungen: Muri ohne Schleiss, Baumgartner, Wick (alle Verletzt). - Siebenmeter: Muri 3/3, Muotathal 2/2.