Muri-Trainer Claude Bruggmann nimmt im Interview Stellung, wie man das Vorrundenziel Finalrunde erreichen will. Weiter erwähnt er, wie er seinem Team neue Impulse geben möchte. In seinen Überlegungen nimmt der Transfer von Tin Tokic eine wichtige Rolle ein. Gegen Muotathal sieht er sein Team in der Favoritenrolle.

Willi Steffen: Wie ist ihr Gemütszustand. Freuen sich, dass es nach einer langen Vorbereitung endlich los geht?
Claude Bruggmann: Auf jeden Fall. Von mir aus hätte es schon früher losgehen können. Ich habe definitiv lieber den Spielbetrieb als die Vorbereitung. Aber das geht wohl nicht nur mir so.

Zur anstehenden Saison: Muri spielt seit einigen Jahren in einer ähnlichen Besetzung und sie sind schon zwei Jahre Trainer. Kann man die Gegner noch überraschen?
Es gab schon Veränderungen. Wie zum Beispiel Tin Tokic, den wir neu geholt haben. Dieser Transfer ermöglicht es uns in der Offensive neue Spielzüge einzustudieren und in der Abwehr ein neues System zu spielen.

Was heisst das konkret für die Offensive?
Mit Tokic werden wir das Kreisspiel intensivieren. Bis anhin war es nur Jan Heusi, der die Kreiszuspiele fabrizierte. Wichtig ist auch, dass wir mit den neuen Varianten schwieriger auszurechnen sind.

Was kann man von Tin Tokic erwarten?
Ich erwarte einiges, vor allem Defensiv. Mit ihm sind wir besser in der Lage eine 6:0-Deckung zu spielen. Das hat in den Testspielen schon gut geklappt.

Wie steckte die Mannschaft die durchzogene Finalrunde weg. Ist davon noch etwas zu spüren?
Nein. Positiv war, dass wir gegen Saisonende noch einige gute Spiele gemacht haben. Es war aber in der Vorbereitung schon ein Thema. Hauptsächlich aber weil wir es diesmal verhindern wollen, in der zweiten Saisonhälfte einzubrechen. Dementsprechend haben wir das Programm angepasst.

Was wurde anders gemacht?
Der Schwerpunkt lag im physischen Bereich. Dadurch wollen wir uns eine Basis legen, die dann bis zum Saisonende hinhält. Das Handballerische kam dadurch ein wenig zu kurz. Dementsprechend sind wir noch nicht soweit wie zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Aber wir arbeiten daran.

Ist es erschwerend, dass man wegen der kurzen Winterpause nur eine richtige Vorbereitung machen kann?
Das ist eine Herausforderung. Aber es geht allen Mannschaften gleich.

Kommt die Mannschaft wieder an ihr starkes Niveau der vergangen Vorrunde heran?
Das ist das Ziel. Gleichzeitig wollen wir einen Schritt weiterkommen.

Was heisst das genau?
Wir arbeiten daran, dass wir noch konstanter und noch souveräner auftreten.

Zur Mannschaft: Ist sie nach den guten Resultaten der vergangenen Jahre noch heiss?
Das hoffe ich schwer. Man müsste aber die Spieler selber fragen. Ich gehe aber schon davon aus, das alle auf den Saisonstart brennen. Es ist immer angenehmer zu spielen, als die mühsame Vorbereitung zu absolvieren.

Was meinen sie zur neuen Gruppeneinteilung?
Die Zürcher Gruppe mit den vier Aufsteigern stufe ich um einiges schwächer ein, als letztes Jahr. Dort wäre es einfacher, in die Finalrunde zu kommen. Fakt ist aber wenn es uns gelingt das Maximum herauszuholen, müsste es für die Finalrunde reichen. Es hat nicht nur Nachteile, wenn man schon in der Vorrunde stark gefordert wird.

Das Positive dieser Gruppenzuteilung sind die vier anstehenden Derbys. Da sind sie mit mir sicher einig?
Darauf freuen wir uns besonders. Das werden packende und spannende Spiele. Mutschellen, welches ich beobachtet habe, hat eine gute Mannschaft und gegen Wohlen gibt es so oder so immer heisse Duelle.

Zum ersten Saisonspiel. Was erwarten sie am Sonntag von Muotathal?
Eine kämpferische Truppe, wie man dieses Team von der Vergangenheit her kennt. Von der Qualität her sind sie eher keine Spitzenmannschaft. Ihre Einstellung und das giftige 3:2:1-Verteidigungssystem, welches sie praktizieren, macht sie aber gefährlich. Kommt dazu, dass sie eine starke Vorbereitung mit Siegen gegen NLB-Teams hinter sich haben. Das wird ein harter Prüfstein. Wir sind aber zu Hause und dementsprechend in der Favoritenrolle.