1920 H1 Team 1000x561Im zweiten Spiel der Abstiegsrunde kann Muri erneut punkten. Dem erholten Kader von Trainer Bruggmann hatten die Berner nicht genug entgegenzusetzen. Während das Auswärtsteam mit frischen Kräften und viel Tempo auftrumpfte, versuchten die Einheimischen erfolglos, die zunehmende Differenz zu schliessen.

(od) Eine Prognose für das Spiel zwischen dem TV Muri und PSG Lyss war nicht all zu einfach. Beide Teams hatten den ersten Match der Rückrunde für sich entschieden und eine Direktbegegnung war auch schon länger her. Aus Murianer Sicht konnte man aber verhältnismässig optimistisch an dieses Spiel gehen. Man hatte die starken Muotathaler endlich wieder einmal Auswärts bezwungen und konnte nach drei Wochen Training in Vollbesetzung ohne Handicap nach Lyss reisen. Es stellte sich demnach nur noch die Frage, wie gut Sie an die Leistung vom ersten Spiel anknüpfen konnten und ob man den Seeländern ebenfalls das eigene Spiel aufzwingen konnte.

Qualität in der Breite

Die Partie startete mit viel Tempo und vielen Würfen. Gerade die Torhüter hatten dadurch die Möglichkeit, sich auszuzeichnen – was sie auch taten. Sowohl Muris Wipf als auch Gäumann von Lyss zeichneten sich immer wieder mit Paraden aus. Obwohl aber diese Posten anfänglich ausgeglichen besetzt waren, kam das Auswärtsteam deutlich besser ins Spiel als die Gastgeber. Mit einigen Tempogegenstössen und kurzen, druckvollen Angriffen kam die Murianer Tormaschinerie schnell zum laufen. Vor allem die zurückgekehrten Flügel Tobias Kaufmann und Carlo Femiano bestätigten ihren starken Eindruck aus dem Spiel gegen Muotathal und waren für den Grossteil der Treffer in der ersten Halbzeit besorgt. Auf der Gegenseite bekundeten die Seeländer Mühe mit der Murianer Abwehr und leisteten sich hie und da auch unnötige technische Fehler, was ihr Spiel zusätzlich erschwerte.
Nach dem Halbzeitwechsel ging es im gleichen Stil weiter. Die Freiämter verwalteten ihren Vorsprung von fünf Toren ohne zu glänzen, aber konsequent. Zu der soliden Abwehr und dem druckvollen Angriffsspiel kamen auch immer wieder Tempogegenstösse hinzu, welche den Vorsprung weiter ausbauten. So kreierte die Auswärtsmannschaft Tor um Tor und gleichzeitig scheiterten die Berner nach wie vor regelmässig an der Murianer Abwehr und dessen Torhüter.
Die Deutlichkeit des Resultats liegt vor allem an dieser Tendenz. Die Murianer in Vollbesetzung können in verschiedenen Varianten Spielen, ohne einen grossen Qualitätsverlust zu verzeichnen. Sogar die beiden eingesetzten Torhüter gehen jeweils mit einer starken Quote von 40 Prozent nach Hause. Das Heimteam hatte diesbezüglich mehr Mühe. Der Kreis der Leistungsträger ist bei der Mannschaft aus Lyss kleiner und gerade bei einem temporeichen Spiel wie diesem wurde dieser Umstand sichtbar. Auch deshalb wurde es für die Freiämter zunehmend einfacher, ihr Spiel durchzuziehen und mit einer beachtlichen Tordifferenz abzuschliessen.

Anknüpfen in der Westschweiz

Dieser zweite Sieg ist eine wichtige Bestätigung für den erfolgreichen Start in der Innerschweiz. Nachdem die Unbekannten aus dem Bernbiet geschlagen wurden geht es am kommenden Sonntag zu einem altbekannten Rivalen aus der Westschweiz. Gegen die Mannschaft vom HBC Nyon hatte Muri in der letzten Saison gleich mehrmals das Vergnügen. Positiv ist dabei, dass die Freiämter sowohl im Cup als auch in der Meisterschaft jeweils die Oberhand behielten und alle Partien für sich entschieden. Hinzu kommt, dass Nyon schon zwei Niederlagen verkraften musste und der Druck auf einen Erfolg steigt. Muri hingegen kann mit zwei verdienten Erfolgen, positiven Erinnerungen und einer voll besetzten Mannschaft im Rucksack selbstbewusst aufspielen. Die nächsten zwei Punkte liegen durchaus in Reichweite.

Handball, 1. Liga, Abstiegsrunde, Gruppe 4: PSG Lyss – TV Muri 21:33 (8:13)
Lyss Grien. - Zuschauer: 321. – SR: Feld Sandra, Müller Andrea. – Strafen: 1 mal 2 Minuten gegen Lyss; 1 mal 2 Minuten gegen Muri
Muri: Schleiss, Wipf, Yorick Kaufmann (1), Angehrn (1), Heusi (6), Staubli, Frei, Dominik Lang (1), Schwenkfelder, Käser (4), Tobias Kaufmann (8), Daniel Lang, Femiano (7), Zucker (5)
Lyss: Henschke, Gäumann, Christen, Kiefer, Induni (1), Weidmann (4), Affolter (1), Hess (3), Zurbuchen (2), Goetschi (4), Siegenthaler, Schaniel (1), Joss (4), Dubach (1)
Bemerkungen: Muri komplett - Siebenmeter: Lyss 2/2; Muri 2/2.