Der TV Muri setzt bei seinem ersten Abstiegsrundenspiel ein Ausrufezeichen. Nach zögerlichem Beginn wird Muotathal phasenweise an die Wand gespielt. Neben einem starken Kollektiv überzeugen Torhüter Tobias Wipf und Carlo Femiano bei seinem Comeback.

(ws) Als der TV Muri in Muotathal nach 26 Minuten erstmals in Führung ging und diese bis zur Pause auf zwei Tore ausbaute, deutete nichts darauf hin, dass das 10:12 einer Vorentscheidung gleich kommen sollte. Denn bis anhin taten sich die Klosterdörfler beim ersten Abstiegsrundenspiel schwer. Offensiv lief wenig zusammen. Stockfehler und unpräzise Abschlüsse reihten sich aneinander. Bei den Aargauern schienen die Festtage noch in den Knochen zu stecken. „Wir brauchten einige Minuten, bis wir ins Spiel fanden. Die Defensive war aber von Anfang an bereit“, sagt Muri-Trainer Claude Bruggmann. Meist rannte man bis zur genannten Führung einem Rückstand hinterher.

Wipf in Hochform

Dass sich dieser in Grenzen hielt, dafür zeigte sich Torhüter Tobias Wipf verantwortlich. Phasenweise agierte er mit einer Quote von über 50 Prozent. Am Schluss waren es starke 47 Prozent. Zum Torhüter sagt Bruggmann: „Es macht enorm viel aus, wenn man ausgespielt wird und der Torhüter den Ball hält und danach einen Gegenstoss einleitet. Das ist psychologisch extrem wichtig.“ Und da war natürlich noch Carlo Femiano. Nach einer mehrwöchigen Verletzungspause zeigte er sich in alter Stärke. Von den 12 Toren bis zur Pause erzielte er die Hälfte. Damit hielt er sein Team im Spiel. „Es ist noch nicht ganz wie vor der Verletzung. Es war aber ein guter Anfang“, sagt Femiano zu seinem Comeback. Der Umstand, dass alle ihre Leistung gebracht hätten, habe es einfacher gemacht, ergänzt der Topskorer.
Was nach dem Seitenwechsel in der gut gefüllten Mehrzweckhalle abging, hätte man sich aus Murianer Sicht nicht auszumalen gewagt. Jetzt dominierte Muri nach Belieben. Die Verteidigung stand wie eine Wand. „Der Schlüssel zum Erfolg war heute die starke Leistung der Abwehr“, bilanziert Femiano richtigerweise. Bis zur 47. Minute liess man nur zwei Tore zu. Offensiv gewann man an Effizienz. Gerade mal fünf Minuten brauchte man, um mit 11:16 in Führung zu gehen. Die sonst so kampfstarken Schwyzer liessen sich teilweise vorführen. Daran sollte sich bis zum Schlusspfiff nichts ändern. Muri hielt die Pace hoch und führte zwischenzeitlich mit zehn Toren. Am Schluss waren die Gastgeber mit der 20:27-Niederlage noch gut bedient.

Muri erstmals in kompletter Formation

Die Stärke der Gäste war auch dem Kollektiv zuzuschreiben. Nun machte sich bemerkbar, dass die Freiämter erstmals in dieser Saison in der kompletten Formation antreten konnten. Trainer Claude Bruggmann hatte nun zahlreiche Möglichkeiten, auf das Geschehen auf dem Parkett Einfluss zu nehmen. Diese nutzte er. So brachte er noch vor dem Seitenwechsel Linus Staubli und Tobias Kaufmann. Dadurch änderte sich die Spielweise. Mit den beiden Kämpfern hauchte er dem Team neues Leben ein. Vor allem die Gegenstösse von Kaufmann, nach der Pause, taten den Muotathalern weh. „Mit der Voraussetzung, dass alle Spieler an Bord waren, habe ich gewusst, dass ich auf das Spiel Einfluss nehmen kann, ohne an Substanz zu verlieren. Auf der einen Seite ist es positiv aber es kann einem auch dazu verleiten, Fehler zu machen. Heute haben wir aber die richtigen Varianten gefunden“, so Bruggmann.

Zurück zum Tempohandball

Muri war nun schwieriger auszurechnen und griff auf beiden Seiten an. Zusätzlich brachte man regelmässig Kreistank Jerome Zucker in Wurfposition. Dieser glänzte bei elf Versuchen zwar mit sechs Toren. Die Quote von 54 Prozent war aber für seine Verhältnisse für einmal tief. Augenscheinlich war auch, dass Muri desto länger die Partie dauerte, zu seinem gefürchteten Tempohandball zurückfand. Was auch mit den Personalien Kaufmann und Femiano zu tun hatte. Eine Errungenschaft, die in der Vorrunde teilweise ins Stocken geriet. „Es ist beruhigend, die zwei Punkte geholt zu haben. Nun können wir während der drei wöchigen Pause trainieren um weiter zu kommen“, so Femiano abschliessend.

Telegramm:
Handball: 1. Liga, Abstiegsrunde: KTV Muotathal - TV Muri 20:27 (10:12)
MZH Muotathal. – 200 Zuschauer. – SR: Odermatt / Rachat.
Muotathal: R. Betschart, Oechslin; M. Betschart, N. Schelbert (1), M. Schelbert (1), Suter (5), I. Betschart (2), Henseler, K. Heinzer (4), Roos (1), N. Heinzer (1), Gwerder (2), A. Schelbert, Lüond (1), Nauer (3),
Muri: Wipf, Schleiss; Dani Lang, Dominik Lang, Zucker (6), Schwenkfelder, Frei (2), Angehrn, Y. Kaufmann (1), T. Kaufmann (4), Käser, Femiano (10/2), Heusi (2), Staubli (2).
Bemerkungen: Strafen: 6-mal 2 Minuten für Muotathal, 2-mal 2 Minuten für Muri. Siebenmeter: 1/2 für Muotathal, 2/3 für Muri. Muri komplett.