Der TV Muri sieht sich aus heiterem Himmel einer neuen Situation ausgesetzt. Dauerbrenner Carlo Femiano schlägt sich mit einer Handverletzung herum. Gegen Olten hat man teilweise bewiesen, dass es auch ohne ihn geht. So oder so will Muri gegen Muotathal eine Negativserie durchbrechen.

(ws) Was ist der TV Muri ohne seinen Topskorer Carlo Femiano wert. Darüber wurde wohl in den vergangenen Jahren viel spekuliert. In einer Vorschau vor drei Wochen meinte der 25-Jährige, dass diese Frage schwierig zu beantworten sei. Weiter sagte er, dass man berücksichtigen müsse, dass die Mannschaft ohne seine Präsenz eine andere taktische Ausrichtung haben würde. Damals wusste er noch nicht, dass dieses Szenario kurz bevor stand. Beim Letzten Heimspiel gegen Olten war es nach rund sieben Jahren soweit. Verletzungshalber musste Femiano passen. Und dies gegen die Topmannschaft aus Olten. Kam dazu, dass Jerome Zucker ebenfalls fehlte.

Andere springen in die Bresche

Spätestens nach zehn Minuten hatte man sich auf Murianer Seite auf die neue Situation besser eingestellt. Nach einem zuvor eingehandelten Vier-Tore-Rückstand liefen die Teams bis zur Pause im Gleichschritt. Der Rückstand pendelte sich zwischen drei und sechs Toren ein. Noch besser kam es nach 45 Minuten. Muri kämpfte sich bis auf drei Tore heran. Auf einmal schien ein Punktegewinn in Reichweite. Zu mehr reichte es aber nicht. Mehr sei nicht möglich gewesen. Da habe man am Limit gespielt, so der Trainer Claude Bruggmann. Bei Muri war offensichtlich, dass Andere in die Bresche sprangen. So erzielte Femiano`s Stellvertreter Simon Strebel mit einer hundertprozentigen Wurfquote vier Tore. Im Rückraum glänzten Jan Heusi (6 Tore) und Joshua Käser (3). Käser der nach 50 Minuten seinem Team mit einer Triplette innert drei Minuten neues Leben einhauchte. Für die Siebenmeter zeigte sich Jungspund Fabian Burkart (2) verantwortlich. Abgebrüht wie ein alter Hase verwertete er gleich zweimal. „Die Taktik habe ich nicht gross angepasst. Augenscheinlich war aber, dass wir ohne Carlo mehr von der Zweierposition den Abschluss gesucht haben“, erklärt Trainer Claude Bruggmann.

Das ungewollte Experiment könnte in den kommenden Spielen weitergehen. Noch ist nicht sicher, wann Femiano wieder eingreifen kann. Seine Handverletzung muss noch von einem Spezialisten diagnostiziert werden. „Ich mache mir keine Illusionen und bin froh, wenn Carlo im Januar wieder fit ist“, hofft Bruggmann.

Unbequeme Schwyzer

Dass mit Muotathal am Samstag ein weiterer Hochkaräter in der Bachmattenhalle gastiert, macht sie Sache nicht leichter. Für das Selbstvertrauen der Klosterdörfler wäre aber ein Punktegewinn wichtig. Denn die Jungs von Claude Bruggmann sind sich nicht an Niederlagenserien gewohnt. Man kann hoffen, dass die drei Pleiten gegen Emmen, Dagmersellen und Olten keine Spuren hinterlassen haben. „Ich kann nur für mich sprechen. Da alle Niederlagen erklärbar sind, kann ich damit leben“, sagt Bruggmann. Zum Spiel gegen die Schwyzer meint er: „Carlos Stellvertreter, Simon Strebel ist bis Ende Jahr beruflich abwesend. Am linken Flügel muss ich mir etwas einfallen lassen.“

Vorschau
 
Sa, 05.10.2019 | 16:00 Uhr
TV MURI - KTV Muotathal
Muri Bachmatten
1. Liga