Wenn morgen der TV Muri gegen Handball Emmen sein zweites Saisonspiel austrägt, ist nicht selbstverständlich, dass Carlo Femiano für Muri aufläuft. Es hätte auch anders kommen können. Gegen den NLB-Absteiger Emmen kommt es zu einer ersten Standortbestimmung.

(ws) Der Mann verkörpert die Tugenden des TV Muri wie kein anderer. Gemeint sind damit Loyalität, Tempo und Kampfkraft. Demzufolge kann und will man sich die Klosterdörfler ohne Carlo Femiano eigentlich nicht vorstellen. Es ist gar nicht möglich, darüber zu spekulieren, wie sich die Mannschaft ohne ihren Torgaranten präsentieren würde. Denn seit der 25-Jährige in den Zeiten von Zoltan Cordas in die erste Mannschaft eingetreten ist, hat er kaum einmal nicht gespielt. In den vergangenen Jahren spielte er gar praktisch immer über die volle Distanz. Dazu sagt Femiano: „Wenn ich mich richtig erinnere, musste ich in der Saison 2012/2013 einmal pausieren, weil man an meiner Hand eine Wunde nähen musste.“ Auf die Frage, wie er seine Mannschaft ohne ihn sehe, sagt er: „Darüber mache ich mir schon Gedanken. Die Frage ist aber schwierig zu beantworten. Man muss in Betracht ziehen, dass unser Spiel extrem auf mich abgestimmt ist. Ohne mich hätte die Mannschaft eine andere taktische Ausrichtung. Deshalb ist ein Vergleich schwierig.“

Eine knifflige Situation

Um ein Haar wäre aber ein solches Szenario Tatsache geworden. Nur zwei Wochen vor Meisterschaftsbeginn klopfte nämlich ein NLA-Verein an. Eine knifflige Situation für das Murianer Urgestein: „Der Reiz war da und ich habe es mir überlegt. Die Chancen wären gross gewesen, dass ich auch gespielt hätte. Schliesslich war es für mich zu kurzfristig für eine seriöse Entscheidung. Dazu wäre ein langer Anfahrtsweg gekommen und eine Reduktion meines Arbeitspensums auf 80 Prozent.“
Keine Frage, der Aufwand für den Murianer wäre enorm gewesen. Ein solches Szenario wäre für den gelernten Landschaftsgärtner und Schreiner im falschen Moment gekommen. „Ich hatte privat und beruflich ein strenges Jahr. Neben der Abschlussprüfung als Schreiner gab es auch in meiner Funktion als Nachwuchsverantwortlicher viel zu tun. Deshalb habe ich mich schon auf eine ruhigere Zeit eingestellt.“ Für Femiano ist die NLA aber nicht definitiv abgeschrieben: „Das war eine grosse Chance, die vielleicht nicht wieder kommt. Wenn ich einen solchen Schritt aber machen würde, müsste alles stimmen. Es ist gut so wie es ist.“

Standortbestimmung gegen den NLB-Absteiger

Um morgen Samstag gegen den NLB-Absteiger Emmen bestehen zu können, ist man im Freiämter Lager froh um die Präsenz von Femiano. Obwohl er nach einer längeren Pause, die ihm gegönnt wurde, erst vor kurzem das Training wieder aufgenommen hat, präsentierte er sich in den ersten drei Ernstkämpfen (2x Cup, 1x Meisterschaft) von seiner besten Seite. 12 Tore erzielte er im Durchschnitt. Gegen die Innerschweizer könnte Femiano das Zünglein an der Waage sein. Auf den ersten Blick wirkt der Absteiger mit vier Punkten aus zwei Spielen unwiderstehlich. Sieht man aber auf die 70 Gegentore, weiss man wo mögliche Schwächen liegen. Auf der anderen Seite sorgt das Duo Kovacevic und Schelbert für überdurchschnittlichen Offensivpower. Gefragt ist deswegen die Murianer Defensive.
Zum morgigen Gegner sagt Femiano: „Emmen ist eine athletische Mannschaft mit grossen Spielern. Wenn es uns gelingt, das Tempospiel durchzuziehen und unsere Deckung steht, haben wir eine Chance. Zum Modus und zur Chance auf eine Finalrundenteilnahme (Rang 1 und 2) meint er: „Für mich ist es ein unglücklicher Modus. Man weiss aber nie. In dieser Gruppe kann jeder jeden schlagen. Wir müssten aber am oberen Limit laufen, um die Finalrunde zu erreichen.“

 

 

 

Vorschau
 
Sa, 14.09.2019 | 16:00 Uhr
TV MURI - Handball Emmen
Muri Bachmatten
1. Liga